ein Bericht von der Mittelbayrischen Zeitung

Salz, Pfeffer und Heavy Metal als Würze

Stefan Plößl ist ein Schwandorfer Hobbykoch. Online führt der „Rocking Cook“ einen
Foodblog, wo er regionale Rezepte postet.
von Nina Brolichwirgebratene-huehnerbrust

„Rocking-Cook“ Stefan Plößl und sein Kochvorbild „Lucki“ Gebratene Hühnerbrust Foto: Stefan Plößl Maurer Foto: Stefan Plößl
SCHWANDORF. Während er für sein saures
Kartoffelgemüse Mehl in einen Topf gibt, läuft Black Sabbath oder Motörhead. Stefan Plößl kommt aus Schwandorf und ist Hobbykoch. Seine Rezepte stellt er ins Internet. Beim Kochen dreht er die Musikanlage schon einmal kräftig auf.
Schwandorfer Spezialitäten
Der 52‐jährige Schwandorfer ist pensioniert und lebt derzeit in München. Mindestens einmal pro Woche postet er auf seinem Foodblog „Rocking‐Cook“ neue Kreationen. Dabei stellt er Rezepte und Anleitungen samt Fotos auf seine eigene Webseite, die für jedermann zugänglich ist. Über die Facebook‐Gruppe „Du bist ein echter Schwandorfer, wenn“ hat sein Blog an Zulauf gewonnen.
Plößl hat auf seiner Webseite eine extra Kategorie für „Schwandorfer Gerichte“ eingerichtet. Das seien Gerichte, die jeder in Schwandorf kennt – zum Beispiel Schopperln, Zwetschgennudeln oder hausgemachte Sulzen, erklärt Plößl.
Saures Kartoffelgemüse Foto: Viele wüssten aber nicht mehr, wie man
Stefan Plößl diese Gerichte zubereitet, weil ihre Eltern
es ihnen nicht beigebracht hätten. Plößl schafft dscf0868hier Abhilfe, indem er Anleitungen zu Schwandorfer und Oberpfälzer Köstlichkeiten auf seinem Foodblog teilt.

Zubereitung

Nach dem heiß werden lassen des Öls wird das Mehl auf einmal dazugegeben und so lange umgerührt, bis die Einbrenne braun ist. Nun fügt man die Brühe hinzu und rührt um, bis sich ein dicker Brei ergibt. Dann gibt man das
Kartoffelwasser hinzu und lässt das Ganze fünf Minuten ziehen. Jetzt wird gewürzt und Essig hinzugefügt. Zum Schluss werden Kartoffeln, Stadtwurst und Petersilie hinzugeben.

„Ich bin sozusagen im Gasthof Baier aufgewachsen“, erzählt der Hobbykoch. „Meine Mutter war dort angestellt. Ich hab ihr immer zugeschaut und mitbekommen, was in der Küche so abgeht.“ 1979 hat er eine Lehre zum Koch begonnen, seit mittlerweile 37 Jahren arbeitet er mit Lebensmitteln.
Von der Idee zur Webseite:
Auf die Idee zum Foodblog kam er, als er auf einem „Eat and Style‐Festival“ in München war. Dort habe er sich inspirieren lassen von den ganzen Lebensmitteln und Düften. „Dann dachte ich mir: Mach einen Blog und gib deine Rezepte an die Welt weiter“, berichtet Plößl.
Im Dezember letzten Jahres habe er den Foodblog dann zusammengestellt und hochgeladen, erläutert Plößl. Seitdem sei der Blogsukzessive besser geworden. Heuer im August bekam die Webseite dann einen neuen „Anstrich“ und wartet seitdem mit einem neuen Layout auf. Einmal wöchentlich gibt es ein „Special“, dazu kommen etwa zwei bis drei „Hammer des Tages“. Mittlerweile arbeitet er mit drei verschiedenen Gewürzhändlern zusammen. Trotzdem ist das Kochen seine Passion und sein Foodblog ein Hobby. Er verdient damit kein Geld.
Plößl kocht „frei nach Schnauze“
Beim Kreieren seiner Gerichte geht Plößl nach Gefühl: „Ich bin kein
Rezeptkocher, ich koche frei nach Schnauze.“ Eine Ausnahme macht er nur zum Beispiel bei Kuchen, da hier die Zutaten genau ausgewogen sein müssen. Für die
Leser seines Blogs notiert er nach dem Zubereiten des jeweiligen Gerichts ein Rezept und eine Anleitung. Eines seiner Kochvorbilder, Ludwig „Lucki“ Maurer, lernte er im Rahmen einer Kochkurs‐Weiterbildung kennen. An ihm schätzt
Plößl, dass er genauso ein „Freestyler“ und darüber hinaus ein lockerer Typ sei.
Der Hobbykoch legt Wert darauf, für seine Gerichte ausschließlich frische Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion zu verwenden – um zu zeigen, „dass es auch ohne Dosenfutter geht“, wie der 52‐Jährige auf seinem Blog schreibt. Er bevorzugt vor allem die bayerische und italienische Küche.
Porchetta 6Sein Lieblingsgericht sei
Schweinebraten; er esse aber auch sehr gerne Nudeln und habe viele Gewürze im Garten. „Die italienische Küche ist dann nicht mehr weit entfernt. Außerdem ist
München ja die nördlichste Stadt Porchetta italienischer Italiens“, scherzt Plößl.
Schweinebraten Foto: Stefan Plößl
Auf seinem Foodblog sind seine Gerichte
in verschiedene Kategorien eingeordnet: Es gibt beispielsweise „Suppen und Soßen“, „Schweinefleisch“, „Rindfleisch“ und „Beilagen“ sowie „Dessert“, aber auch „Fleischlos“, so dass auch Vegetarier auf seiner Webseite fündig werden.
Heavy Metal als Muss beim Kochen
Während des Kochens hört Plößl „Rock Antenne“, einen Münchner Radiosender, auf dem runkaspressknedld um die Uhr Rockmusik läuft. „Ich bin Heavy Metaller“, sagt Plößl, „Helene Fischer oder so einen Mist
„Kaspressknedl“ Foto: Stefan Plößl hör ich mir nicht an.“ Er bevorzugt Bands wie Black Sabbath und Motörhead, ist
aber auch Fan der Schwandorfer Band „Nez Perce“. Deswegen hat er seinen Foodblog auch „Rocking Cook“ getauft.
Seine Inspirationsquelle sei sein Kühlschrank – „Ich entscheide aus dem Bauch, was ich dann koche“. Seine Rezeptesammlung im Internet will er auch in
Zukunft mit regionalen sowie internationalen Gerichten erweitern. Beim „Rocking Cook“‐Foodblog ist für jeden etwas dabei.

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